Archive for Mai 2012

Ein Engagement wurde kaputt gemacht.

4. Mai 2012

Ein Engagement wurde kaputt gemacht. Mein Arbeit in der Moscheegemeinde.

Erst einmal zur Vorgeschichte. Seit 2002 hatte ich mich in der Moscheegemeinde engagiert.

Habe viel auf die Beine gestellt.

Habe mit dem Vorsitzenden (1998 – 2005) Nyazi Ileli einen Nachhilfeunterricht etabliert. Bis zuletzt waren dort bis 24 Kinder aller Nationen, die zuerst von Studentinnen und Studenten unterrichtet wurden, dann hatten wir feste Lehrerinnen angestellt.

Ich habe einen Elternrat gegründet, weil wir doch viele Fragen wegen Schule und Ausbildung bekamen und eine Gruppe von Frauen kümmerten sich um die Schulen und Kindergärten und gaben den Eltern Hilfestellung.

Ich habe mit den Frauen viele Stunden verbracht, habe mit ihnen deutsch gesprochen, damit sie nach ihrem Deutschunterricht, das Gelernte auch anwenden konnten.

Der Vorsitzende hat von der Degussa Computer bekommen, da habe ich dafür gesorgt, dass diese PCs internetfähig und für den Unterricht hergerichtet wurden.

Kinder aus der Hauptschule und auch Frauen aus der Gemeinde, die den Umgang mit dem PC lernen wollten, habe ich Unterricht erteilt.

Habe Spendengelder akquiriert.

Habe den Kontakt zu den Schulen ermöglicht, mit den Familienzentren Kooperationsverträge geschlossen.

Habe jede Möglichkeit genutzt, die Presse auf die Arbeit in der Moschee hinzuweisen und vor allem auch den Migranten auf die Integrationskurse, die in der Moschee stattfanden, aufmerksam zu machen.

Habe den interreligiösen Dialog gefördert, dass durchaus eine schwere Arbeit war, weil die Vorurteile auf beiden Seiten, riesengroß sind.

Habe das 1. Kinderfest, das die Türken am 23. April feiern, organisiert. Es war ein voller Erfolg.

Auch interreligiöse Gesprächskreise gab es.

Moscheeführungen gehörten dazu, die immer sehr viel Freude gemacht haben, aber auch die Vorbereitungen dazu, benötigten auch Aufwand.

Eine Fahrt mit den Frauen der Gemeinde nach Trier organisiert. Spannend war es, den Muslimen diese katholische und älteste Stadt zu zeigen, die auf dem Gründer von Istanbul zurück geht.Frauen im Trierer Dom

Bis heute versuche ich mit meiner Webseite die islamische Religion zu erklären und Artikel und eigene Beiträge dazu kann man lesen in: http//www.muslime-in-niederkassel.de

Bis heute führe ich einen Gesprächskreis  von Frauen, wo wir über den Islam und die Hintergründe diskutieren.

Ich weiß nicht ob ich alles aufgeschrieben habe, was ich in dieser Moschee gearbeitet habe. Die Buchführung war eine der leichtesten Übungen, es war mein Beruf. Aber trotzdem hat sie viel Zeit in Anspruch genommen.

Den Kontakt zur Verwaltung intensiv geführt.

In der Woche war ich fast jeden Tag einige Stunden in der Moschee.

Viele, viele Stunden habe ich damit verbracht, eine Webseite für die Moschee in Niederkassel zu erstellen.

Ich hatte das noch nie gemacht, und mir mühsam, alles selber beigebracht und darauf geachtet, dass sie immer auf den neuesten Stand war. Diese Webseite hat in ganz Deutschland Beachtung erfahren und ich habe viele positive Feedbacks bekommen.

Die letzte Aktivität, die viel Kraft und Zeit gebraucht hat war, Kandidaten zu finden für die Integrationswahlen die am 07.02.2010 in Nordrhein-Westfalen abgehalten wurden.

Schon im September 2009 habe ich mit dem neuen Vorsitzenden (2006 – 2011) Ramazan Elmas eine Liste in der Moschee ausgelegt, wo sich interessierte Gemeindemitglieder eintragen konnten.

Viele Gespräche geführt, aber die Resonanz war nicht so, wie ich es dachte.

Da habe ich mit Frau Bayer-Helms (CDU) und Gerhilda Wagener (Grüne) auch noch andere Menschen, die aus anderen Ländern hier wohnten angesprochen und mit der Zeit hatten wir nicht nur aus der türkischen Gemeinde Menschen dafür interessiert, sondern Menschen aus Italien, Griechenland, Türkei, Frankreich, Kenia und Sri Lanka gewinnen können.

Wir haben eine Wahlversammlung abgehalten und die Liste aufgestellt und die Listenplätze festgelegt. Ich wurde gebeten, den Listenplatz 1 einzunehmen, dass ich aber nur mit der Voraussetzung zugestimmt habe, dass ich nach einem Jahr zurücktreten kann.

Dann passierte etwas, was ich bis heute nicht begreifen kann, die SPD hatte auch zwei Mitglieder der SPD und den Bruder des Vorsitzenden der Moscheegemeinde aufgestellt.

Orhan Kangöz und ich konnten das nicht verstehen, weil wir ihn auch angesprochen hatten, Hilmi Elmas hat uns aber zu verstehen gegeben, dass er von Jürgen Schulz angesprochen worden sei, und er versprochen hätte für die SPD zu kandidieren.  – Dieses Gespräch hat er hinter her geleugnet – .

Die SPD hatte es nicht geschafft, eine Liste aufzustellen, so dass die drei Kandidaten einzeln zur Wahl antraten.

Ich ahnte schon nichts Gutes. Hilmi Elmas war in einem türkischen Sportverein und war bekannt, meine Kandidaten dagegen nicht so sehr.

Hilmi Elmas hat dann mit Hilfe der SPD auch noch einen aggressiven Wahlkampf gemacht und hat bei der Wahl von den sechs Sitzen, 4 Sitze geholt. Aber, da sie keine Liste aufgestellt hatte, konnte nur 1 Sitz, besetzt werden. Herr Hilmi Elmas nahm den Platz ein.

Die beiden anderen Sitze gingen an die Liste.

Ich wurde gewählt und auch Herr R. Buvanendran (Sri Lanka). Die Enttäuschung in unserer Gruppe war riesengroß.

Da auch der Vorsitzende der Moschee, Ramazan Elmas, in dieser Sache kein ehrliches Spiel gespielt hatte, habe ich danach meine Arbeit für die Moschee Niederkassel eingestellt.

Die SPD hatte im Nachhinein nochmals Rache geübt, dass ich meinen Sitz damals im Rat behalten hatte, dadurch hatten sie den Fraktionsstatus verloren und auch finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

Schade ist nur, dass die Gruppe auseinander gefallen ist, und die vielen Ideen, die wir hatten nicht umgesetzt werden können. Der Integrationsausschuss ist nur ein Alibi-Ausschuss und bringt nichts zustande. Auch ich habe nicht mehr die Kraft Leben hinein zu bringen.

Mit dem Bürgerverein hatten wir ein Internationales Fest auf die Beine gestellt, dass wirklich ein großer Erfolg war, auch hier hat die SPD diesen Erfolg kaputt geredet und auch dadurch dieses Fest kaputt gemacht, weil der Bürgerverein und der Sportverein LÜRA keine Lust mehr hatten, die viele Arbeit auf sich zu nehmen.

Was aber dann passierte hat bei mir Kopfschütteln hervor gebracht.

Ende 2011 hörte ich, dass die SPD eine Mitgliederversammlung im großen Saal der Moscheegemeinde abgehalten hat. Es waren Neuwahlen und sie haben zwei türkische Gemeindemitglieder als Beisitzer in den Vorstand gewählt, natürlich Hilmi Elmas und Herrn Tekin Aslan.

Es waren die gleichen Verantwortlichen, die mir vorgeworfen haben, dass ich mit meinem Engagement für die Türken, die SPD in ganz Niederkassel blamieren würde.

Zitat aus der E-Mail von 2006  – vom Fraktionsvorsitzenden und jetzigen Pressesprechers.

Deines großen (nicht so Wohlmeinende sagen wegen des fanatischen) Einsatzes in der muslimischen Gemeinde schon länger in der Fraktion schwelt,

Zitat vom Geschäftsführer der SPD

Ich meine auch, es ist jetzt an der Zeit, sie klar in die Schranken zu weisen, die blamiert die SPD in ganz Niederkassel immer mehr. Es kann doch nicht sein, dass wir es zulassen, gefragt zu werden, wieso wir so etwas in unseren Reihen zulassen! Die Sache gehört jetzt auch in die Fraktion. Es kann schließlich nicht sein, dass sie die (vermeintlichen) Interessen der Türken bzw. der Moschee über diejenigen der Fraktion und der Partei stellt! Die hat ihr Mandat schließlich Deiner damaligen Intervention im Vorstand und dem Vorziehen auf Listenplatz 3 zu verdanken, also letztlich ausschließlich der SPD und nicht der Moschee !

Grüße

Allerdings hat der Vorsitz in der SPD und in der Fraktion gewechselt und vielleicht wird jetzt nicht mehr unfair gegen die Moscheegemeinde und die Muslime geboxt, wie man das in der Vergangenheit getan hat. Es wäre zu hoffen.

Mein politscher Weg nach dem Eintritt in die SPD

3. Mai 2012

Eintritt in die SPD Ende 1985 nach der nordrhein-westfälischen Landtagswahl

Habe lange überlegt, ob ich mich weiter politisch engagieren sollte. Viele Gespräche habe ich geführt und habe mich dann entschieden, trotz starker beruflicher Herausforderung.

Im Vorstand:

1987 wurde ich zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Aufgabe habe ich bis 1999 erfüllt. Ich hatte es nicht immer leicht in der SPD, weil mir der Stallgeruch fehlte, ich war vorher 15 Jahre, an führender Stelle in der FDP, die ich verließ, als sie die sozialliberale Koalition in Bonn aufkündigte.

Die Arbeit für die SPD habe ich immer mit vollem Einsatz geleistet.

Viele Ideen wurden umgesetzt, die der Vorstand entwickelte. So zum Beispiel haben wir, um die Genossinnen und Genossen an der Arbeit teilhaben zu lassen, Einer der Höhepunkte war ein Kabarettabend. Feste und öffentliche Veranstaltungen wurden abgehalten.

Die Arbeit im Team hat immer Spaß gemacht und es kamen nie Klagen, obschon wir alle beruflich sehr angespannt waren.

Oft haben wir, in einer Telefonaktion, Kontakt zu den Mitgliedern aufgebaut. Dazu gehörte es, dass die Mitgliederliste mit den Telefonnummern bestückt wurde.

Der Kontakt zu den Mitgliedern war uns immer sehr wichtig um die Meinung der SPD-Mitglieder zu erfahren und sie an Termine und Wahlen zu erinnern.

Viele Aufgaben und Ideen wurden umgesetzt:

An führender Stelle habe ich eine Zeitung mitgestaltet, die an interessierten Bürgerinnen und Bürgern und Menschen der Stadt Niederkassel, die als Meinungsmacher fungierten, geschickt wurden. Die Artikel und Hintergrundberichte waren zum Teil von Genossen und Genossinnen geschrieben worden, aber wir haben uns auch professioneller Hilfe bedient.
Eine Adressendatei habe ich geführt und immer wieder aktualisiert über die Jahre. Diese Zeitung haben wir dann selber gestaltet.

Der Balkanbote:

Bis 1999 wurden im Jahr, 1 – 2 Mal eine Zeitung erstellt, der „Balkanbote“ wurde in der Bevölkerung als SPD-Zeitung wahrgenommen. Hier wurden unsere Planungen erklärt unsere Ziele definiert und auch für den Wahlkampf eingesetzt.

An der Zeitung „Der Balkanbote“ habe ich immer in der Gruppe mitgearbeitet, auch hier war das zum Teil Handarbeit, bis wir dann mit dem Computer eine solche Zeitung erstellt haben.

Durch diese Verteilaktionen bin ich praktisch in der Stadt Niederkassel in jeder Straße gewesen, denn es war immer so, dass wir für einige Bezirke oft keine Verteiler hatten.

Der Wahlkampf:

Von 1987 bis 19999 habe ich als Wahlkampfleiterin alle Wahlkämpfe organisiert.

Welche Arbeit und Organisation dahinter steckt, ist nicht mit wenigen Worten zu beschreiben.

Die Vorbereitungen und die Taktiken wurden in Arbeitsgruppen festgelegt. Für die Kommunalwahl wurden Arbeitskreise geschaffen, die das „Kommunalpolitische Programm“ erarbeiteten.

Dieses Programm wurde dann in ein ansprechendes Layout gekleidet. Besonders hat es Freude gemacht, die jungen Genossinnen und Genossen in diese Arbeit einzubinden und sie in ihrer Kreativität zu unterstützen.

Plakatierung

Zu jeder Wahl gehörte es, die Plakatierung vorzubereiten.

Mit der Gruppe die Plakate zu entwerfen und mit den Druckereien Kontakt aufnehmen. Plakatständer wurden in Handarbeit erstellt, am Anfang wurde das auf unserem Grundstück gemacht, mit anschließenden gemeinsamen Essen verknüpft.

Später haben wir diese Arbeit an der Garage in Mondorf gemacht, die wir gemietet hatten.

Zeitungen und Flyer

Es wurden Zeitungen vor den Wahlen verteilt. Diese Zeitungen wurden für ganz Nordrhein-Westfalen gedruckt mit jeweiligen örtlichen Innenteil. In aller Frühe zwischen drei und vier Uhr mussten die Zeitungen am Sonntag an einer zentrale Stelle im Rhein-Sieg-Kreis abgeholt werden und anschließend an die Genossen verteilt werden. die dann vor dem Frühstück die Zeitungen den Bürgerinnen und Bürger in die Briefkästen legten.

Als Dank dafür, wurde am Sonntag vor der Wahl ein gemeinsames Frühstück abgehalten.

Wahlanalyse

Eine Wahlanalyse für Niederkassel habe ich von 1972 gemacht und das Zahlenmaterial archiviert, analysiert und daraus viele wertvolle Rückschlüsse für die Arbeit der SPD in der Kommune erarbeitet. Diese Beschäftigung mit den Zahlen war spannend, weil ich auch zum Teil professionelle Hilfe hatte.

Der eigene Wahlkreis

Bis 2004 hatte ich immer einen Wahlkreis, den ich für die Europawahl, Bundestagswahl, Landtagswahl und Kommunalwahl – da war ich selber die Kandidatin – betreut habe. Haustürbesuche gehörten für mich immer wie selbstverständlich dazu , der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern hat auch für die Ratsarbeit viel gebracht.

Wie zu jeder Wahl wurde unser Auto zur Verfügung gestellt um die Plakatierung vorzunehmen. Die Unterstützung von meinem Mann war mir immer gewiss.

Im Großen und Ganzen war es auch eine gemeinsame Arbeit für die Partei, die wir beide gerne gemacht haben.

Zwischen den Wahlen

Wie zu Wahlkampfzeiten und auch außerhalb der Wahlkampfzeiten habe ich die Infostände organisiert, die in allen Stadtteilen stattfanden. Rosen wurden immer am letzten Tag vor einer Wahl verteilt. Die Rosen mussten geordert werden.

Viele Jahre haben wir einen Kalender, die eine andere Gruppe gestaltete, vor Weihnachten verteilt. Ostern mussten an die 3000 rote Eier geordert werden, um im ganzen Stadtgebiet verteilt zu werden.

Viele Jahre haben wir einen Kalender erstellt, immer mit neuen Theman, der dann vor Weihnachten verteilt wurde. Aber die Kosten waren zu hoch, so haben wir dann Nikoläuse verteilt und vor  Ostern mussten an die 3000 rote Eier geordert werden, um die im ganzen Stadtgebiet zu verteilen..

Delegierte

Als Delegierte des Kreisparteitages, Landesparteitages und Bundesparteitages bin ich gewählt worden. Das bedeutete oft, dass man im ganzen Kreisgebiet unterwegs war. Landesparteitage fanden in größeren Städten in Nordrhein-Westfalen statt, auch der Bundesparteitag, an dem ich teilnehmen durfte, war in Nordrhein-Westfalen

Die Wiedervereinigung

Auch das war eine spannende Zeit. Wir haben Wahlkampfhilfe in Premnitz in Brandenburg gemacht. Zu Ostern 1990, wir waren gerade umgezogen, haben wir sieben Genossinnen und Genossen aus Oranienburg zu Gast gehabt. Wir sind nach Thüringen gefahren, in die kleine Stadt Weida und haben der SPD dort geholfen. Bis zuletzt habe ich die Partnerschaft mit Premnitz gepflegt und bin heute noch sehr dankbar, weil wir, sowohl in Premnitz als auch in Weida Freunde gefunden haben. Diese Freundschaft hält bis heute an.

Die weitere Aufgabe in der Fraktion.

1989 wurde ich als Fraktionsgeschäftsführerin berufen, und habe diesen Posten bis 2006 inne gehabt.

Seit 19902006 war ich für die SPD im Rat der Stadt Niederkassel und war stellvertretende Fraktionsvorsitzende mit der Aufgabe der Geschäftsführung.

Ich war in vielen Ausschüssen der Stadt, vor allem die technischen Ausschüsse faszinierten mich und ebenfalls die Finanzen der Stadt. In der vorletzten Legislaturperiode und in dieser Periode war ich bis zu meinem Austritt Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses.

Meine politischen Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Soziales. Viele Jahre habe ich mich in der Seniorenarbeit engagiert. Der soziale Aspekt war mir immer wichtig bei der Arbeit für die SPD, das kam vielleicht auch daher, weil ich mit 5 Geschwistern aufgewachsen bin und meine Eltern es nicht immer leicht hatten. Finanziell waren wir nie auf Rosen gebettet.

Für die Fraktion habe ich Woche für Woche ein Protokoll erstellt und auch die wichtigsten Dinge aus den Ausschüssen und dem Rat festgehalten, um die Arbeit in der Fraktion zu erleichtern und auch um wichtige Dinge zu verfolgen und wenn nötig, die Verwaltung danach zu fragen. Die Fraktionsmitglieder wurden von mir immer sehr schnell informiert, was in den Ausschüssen abgehandelt wurde.

Eine wichtige Arbeit und eine Arbeit, die mir Freude gemacht hat, weil sie auch interessant und eine Herausforderung war.

Selbstverständlich war für mich und ist es bis heute wichtig, dass ich die Unterlagen für den Rat und den Ausschüssen sorgfältig studiere, um auch die richtige Entscheidung im Rat zu fällen. Den größten Teil der Ausschüsse, die vor der Ratssitzung abgehalten werden, besuche ich.

Auch zu meinen Aufgaben gehörte es Seminare für Fraktion und SPD zu organisieren und die mit der SKG abzusprechen.

Dazu musste der Ort ausgesucht, das Hotel oder Seminarhaus gebucht werden. Ein Programm erstellt werden für die 2 Tage.

Wissen aneignen

Natürlich gehört es, dass ein Mitglied des Rates, das für die Bevölkerung der Stadt Entscheidungen treffen muss, sich ausführlich mit den Themen beschäftigt und auch Wissen aneignet. Dazu gehört, dass man die Angebote war nimmt, die die Partei, die Stadt oder auch die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) anbietet. Zum Beispiel wird der Haushalt der Stadt nun nicht mehr nach kameralistischen Grundsätzen aufgestellt, sondern doppisch (auf der Grundlage der kaufmännisch doppelten Buchführung) das nennt sich Neues Kommunales Finanzmanagement (NKF). Auch bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn kann man  viele Hintergrundinformationen sammeln.

Die SPD Niederkassel nach den Kommunalwahlen 2004

Es war nicht mehr die SPD, für die man mit viel Enthusiasmus und Freude arbeitete. Es waren neue Leute dazu gekommen und die Offenheit, die vorher geherrscht hatte war nicht mehr.

Es bildeten sich in dieser kleinen Fraktion Grüppchen, die nicht miteinander arbeitete, sondern gegeneinander. Ein Beispiel war, das an der ersten Fraktionssitzung, die Wahl des neuen Fraktionsvorstandes anstand. Für die Meisten war klar, dass e der alte Fraktionsvorsitzende wieder gewählt wurde. Er hatte die Arbeit bisher ohne Beanstandungen  sehr gut gemacht und verstand sein Geschäft.

Aber es kam anders. Ein neu gewähltes Ratsmitglied schlug den Bürgermeisterkandidaten, der das schlechteste Ergebnis eingefahren hatte, als Vorsitzenden vor. Das Erschrecken war riesengroß und es herrschte bei den Meisten  Unverständnis. Ganz knappt siegte der alte Fraktionsvorsitzende, auch ich erhielt ein knappes Ergebnis als stellvertretende Fraktionsvorsitzende – Aufgabe Geschäftsführung.

Das Vertrauen unter einander war weg und hinten herum wurden dann dem und dem Schuldzuweisungen erteilt.

Dieses Stimmung traf mich auch.

Der Schreck der Genossen, eine Muslima ist unter ihnen!

Im Juni 2005 war ich zum ersten Mal nicht auf einer SPD – Veranstaltung.

Glück oder Unglück, ist nicht geklärt.

Ich erhielt einen Anruf von einem Teilnehmer der Versammlung, der mir erzählte, dass man dort  berichtete, dass ich zum Islam konvertiert wäre. „Ich sollte mich wappnen, da käme bei der nächsten Fraktionssitzung was auf mich zu.“ Er versuchte mich zu trösten und sagte, „Dass machst du schon, du bist stark genug.“

Was da abgegangen ist, konnte ich mir so richtig vorstellen. Ich hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, aber erst jetzt, nach drei Jahren, wurde ihnen so richtig bewusst, dass ich zum Islam übergetreten war.
Auf der folgenden Fraktionssitzung kam auch wie es kommen musste. Wie schon erwähnt war ich 20 Jahre in der SPD und SPDler sagen DU zueinander.

Ich wurde gefragt:

„Hier ist eine Dame, die ist zum Islam übergetreten!
Elisabeth kannst du mir da Rechenschaft geben.“

Diese grinsenden und schadenfrohen Gesichter einiger der ca. 20 Anwesenden vergesse ich nie. Es war wohl schön, dass man so einen Menschen vorführte.
Meine Antwort auf diese provozierende Frage war:

„Es geht niemanden etwas an, an was ich glaube, und welcher Religion ich angehöre, es ist ausnehmend meine Sache. Ich muss mich vor Gott verantworten und nicht vor euch. Ich habe euch noch nie gefragt, welcher Religion ihr angehört oder ob ihr eure Religion lebt.“

Es wurde mit Unverständnis reagiert, und auch weitere dummen Äußerungen wurden abgegeben, unter anderem auch: „Dass hättest du uns sagen müssen!“ oder „Jetzt ist uns einiges klar.“ und weitere.

Wie da mit mir umgegangen wurde, passte einigen aus der Fraktion nicht, nahmen aber auch nicht Stellung.

Aber mir wurde klar, dass was ich schon lange wusste, man würde diesen Schritt nicht verstehen und auch nicht verstehen wollte.

Auch das war ein Beweis, dass es unter einander nicht mehr stimmte, und man diesen Anlass nahm, mich auszugrenzen und einige froh waren, einen Grund gefunden zu haben, mich weg zu drängen.

Die gefundene Homepage
oder zusammengestellte Homepage????

Seit 2002 habe ich mich in der türkischen Moschee engagiert und viele Dinge dort angestoßen. Nachhilfeunterricht organisiert, Deutschunterricht, Computerunterricht, Frauengesprächskreis und so weiter.

Auf einer Veranstaltung des Kölner Stadtanzeigers in Niederkassel kam ein Genosse zu mir und berichtete mir, man hätte eine Webseite im Internet gefunden, wo junge Türken Drohungen aussprachen, unter dem Titel:

„Türke sein ist ein Gesetz, wer es verletzt, wird zerfetzt.“

Unter dieser Überschrift hatten sich junge Türken in Droh- und Matchohaltungen fotografiert und das in der Jugend-Webseite „Jappy“ veröffentlicht. Darunter waren auch Stinkefinger zu sehen, und einer größeren Gruppe konnte man auch eine Pistole erkennen.

Die, an die 30 Bilder, so behauptet der Genosse wären alle in der Moschee gemacht worden, und sagte:

„Da sollte ich mich mal drum kümmern, solche Parallelgesellschaften brauchen wir nicht. Dem muss entschieden entgegen getreten werden. Diese Bilder sind alle in der Moschee gemacht worden und das ist keinesfalls zu akzeptieren. „

Er behauptet das so fest, weil ein Bild, das als Letztes zu sehen war, eine Gruppe junger Leute zeigte, die sich am Seiteneingang der Moschee haben abgebildet. Das war ein Foto von der Fußballgruppe Genclik-Spor, die sich anlässlich eines Sieges dort haben fotografieren lassen. Wie das Bild da hinein gekommen ist, ist bis heute rätselhaft.

Eine weitere Bemerkung dieses Informanten, ich sollte aber seinen Namen heraushalten.

Ich habe die Veranstaltung verlassen und bin in die Moschee gefahren und traf dort den Vorsitzenden und ein Vorstandsmitglied. Wir haben uns gemeinsam die mir genannte Webseite angeschaut. Wir stellten fest, dass nur das letzte Bild einen Bezug zur Moschee hatte, alle anderen Bilder konnten wir drei nicht lokalisieren. Die Jugendlichen waren auch in der Gemeinde nicht bekannt.

Am Samstagmorgen haben wir den Jugendwart und einen Journalisten zur Hilfe geholt. Die beiden Herren konnten die Lokalitäten identifizieren und stellten fest, dass diese Bilder alle im Jugendzentrum „Widdig“ der Stadt Niederkassel fotografiert worden waren. Die beiden Herren haben dafür gesorgt, dass die Seite aus „Jappy“ gelöscht wurde.

Nun wollte man wissen woher ich die Mitteilung hatte, denn auf dem letzten Foto vor der Moschee, war ein junger Mann mit abgebildet, der zu einem Studentenaustausch nach Amerika reisen wollte. Wenn die Seite weiter verbreitet worden wäre, hätte der junge Mann seine Amerikareise knicken können. Die, auf dem letzten Foto abgebildeten Jugendlichen, wussten nicht, dass sie in dieser Webseite zu sehen waren.

Trotz das der Genosse gesagt hat, ich sollte seinen Namen nicht nennen, habe ich gesagt, wer mir diese Webseite genannt hat.
Der Journalist hat dann den Jugendpfleger der Stadt Niederkassel erreicht und ihm von der Webseite und vom Informanten berichtet, den Jugendamtsleiter konnte er am Samstag nicht erreichen.

Er hat auch den Informanten angerufen, um heraus zu bekommen, woher er die Webseite hatte und ob sie weiter verbreitet worden war.

Aber das hatte ich nicht gekannt, der Genosse hat mich angerufen und sich mit einem Gebrüll beschwert, dass ich seinen Namen genannt habe, seine Frau hat dazwischen gebrüllt. Er hat mich mit den schlimmsten Namen tituliert. Er meinte jetzt würde sein Haus angezündet und er müsse jetzt um Leib und Leben seiner Familie fürchten.

Als ich am Montagmorgen zum Jugendamt gefahren bin und die CD von der Webseite dort abgegeben habe, erzählte ich dem Jugendamtsleiter, der übrigens der SPD angehört, von meinem Streit mit dem Genossen. Der Name war ja schon am Samstag dem Jugendpfleger gesagt worden.

Wir sind dann mit dem Jugendamt und der Polizei so verblieben, dass wir diese Sache nicht weiter verfolgten, weil diese Fotos schon älter waren, die Jugendliche schon 2 Jahre nicht mehr das Jugendzentrum besuchten, um auch Schaden von der Moschee und dem Jugendzentrum fernzuhalten.

Inzwischen wurde ich auch vom Fraktionsvorsitzenden angerufen, der mir den Vorwurf machte, dass ich den Namen des Informanten gesagt hätte, weil die Leute, angst hätten um Haus und Hof und ihr Leben.

Den Namen des Informanten wusste nur eine kleine Gruppe von fünf Leuten, die außer dem Journalisten alle der SPD angehörten..

Die ganze Sache eskalierte.

Am Montag nach der Fraktionssitzung schnauzte mich dieser Genosse wieder an und sagte, ich hätte den Namen auch im Jugendamt genannt.
Ich hatte das verneint, weil der Namen nicht von mir dem Jugendamt bekannt gegeben wurde, ich fand das aber auch nicht so schlimm, weil der Leiter des Jugendamtes und der Jugendpfleger beide der SPD angehörten. Als ich die Treppe hinauf ging, schrie er mir nach:

„Ich hätte doch einen an der Klatsche.

Viele standen um ihn herum und ließen diese Beleidigung stehen. Ich bin nach Hause gefahren mit der Absicht, aus der SPD aus zutreten. Mein Mann beruhigte mich und meinte, man sollte noch mal das Gespräch suchen.

Dann eskalierte es aber weiter.

Auszug aus der MailLiebe Elisabeth,der Konflikt, der deinetwegen und wegen

 

Deines großen (nicht so Wohlmeinende sagen wegen des fanatischen) Einsatzes in der muslimischen Gemeinde schon länger in der Fraktion schwelt,

 

ist jetzt durch Deinen Streit mit ………wegen des Internetauftritts türkischer Jugendlicher eskaliert. Der unten angefügten Mail kannst Du die ganze Wut und die Vorwürfe entnehmen.

Auszug aus der E-Mail des Genossen ……… Hallo ……, hallo ……..

wie ihr wisst, hat …..mich gestern darauf angesprochen, dass er von ……… kurz vor der Fraktionssitzung erfahren habe, dass es wohl Zoff zwischen Elisabeth und mir gebe.

  Ich meine auch, es ist jetzt an der Zeit, sie klar in die Schranken zu weisen, die blamiert die SPD in ganz Niederkassel immer mehr. Es kann doch nicht sein, dass wir es zulassen, gefragt zu werden, wieso wir so etwas in unseren Reihen zulassen! Die Sache gehört jetzt auch in die Fraktion. Es kann schließlich nicht sein, dass sie die (vermeintlichen) Interessen der Türken bzw. der Moschee über diejenigen der Fraktion und der Partei stellt! Die hat ihr Mandat schließlich Deiner damaligen Intervention im Vorstand und dem Vorziehen auf Listenplatz 3 zu verdanken, also letztlich ausschließlich der SPD und nicht der Moschee !

Grüße

Der Lüge bezichtigen zu lassen konnte ich mir nicht länger gefallen lassen, weil seit dem die Genossen und Genossinnen wussten, dass ich zum Islam konvertiert war, brach ein Sturm von Vorurteilen und Verunglimpfungen über mich herein.Der Name wurde dem Jugendpfleger schon am Samstag genannt, und ich war davon ausgegangen, dass auch der Jugendamtsleiter darüber Kenntnis hatte. Beide gehören der SPD an. Deswegen haben ich auch von dem Zoff zwischen mir und dem Genossen erzählt.Darüber hinaus wurde jede Äußerung nach der Kenntnis, dass ich eine Muslima war, nur auf die Türken und den Islam bezogen, dabei war ich schon 3 Jahre Muslima, ohne dass sie es wussten und nicht solche Äußerungen machten.

FAZIT: Niemand hat Vorurteile???????.

Dann habe ich am Dienstag die Zeitung angerufen und mitgeteilt, dass ich mit sofortiger Wirkung aus der SPD ausgetreten bin, auch die Fraktion verlasse und das Mandat nicht zurück geben werde.

Der Nachfolger auf meinem Platz hatte schon ein paar Monate vorher im seinem Umfeld verkündet, dass man mich aus der Fraktion ekeln wollte, dann könnte er dann Ratsmitglied werden. Ich zweifele nicht an dieser Aussage, weil ich diese Gruppe in der SPD  zu genügend kannte.

Aber was mir immer noch Gedanken bereitet ist, wieso solche Leute in die Jugendwebseiten von „Jappy“ herumstöbern.

Aber mir ist auch klar, dass da gezielt gesucht wurde, der diese Webseite angeblich gefunden und oder …….., ist ein ausgesprochener Profi was PC und Internet angeht.